Nandri Kinderhilfe e.V.

Patenbericht aus Tamil Nadu, Februar 2022

Patenbericht aus Tamil Nadu, Februar 2022Ein kombinierter Online- und Vorortbesuch in Tamil NaduDie Regularien hinsichtlich Corona in Indien und Europa haben es leider nicht zugelassen, dass wir wie geplant Mitte Januar nach Chennai geflogen sind. Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, aber wir haben dann schnell umgeschwenkt auf Online-Besuche. Da ein befreundeter Deutscher (Gero Reimers) schon seit Dezember in Tamil Nadu war, konnte er uns bei der Inspektion der Projekte vor Ort helfen. Diese Kombination aus „physisch“ und „online“ ist vielen von uns ja aus dem Arbeitsalltag mittlerweile vertraut. Also, warum nicht auch für unsere Hilfsprojekte in Indien – wenn es nicht anders geht. ZusammenfassungUnsere Little Flower High School hatte große Herausforderungen zu bewältigen: Ein kaum vorhersehbares „Auf und Zu“ der Schule durch Anordnungen der Behörden, der Einstieg in Online-Unterricht, eine Regenflut und Bekämpfung des Hungers rund um die Schule sind nur ein paar Beispiele. Das Team um den Direktor Arputham hat sich wacker gehalten und startet nun die Schule wieder neu – zum 01.02.2022 wurden die Schulen in Tamil Nadu wieder geöffnet. Auch unsere sechs Dorfzentren mussten sich stark umstellen: Vom Nachhilfeunterricht am Abend und Grundnahrungsversorgung hin zu einer Ganztagesbetreuung, weil die Schulen geschlossen blieben. Dies bedeutete mehr Lehrerinnen, mehr Geld für Nahrung, mehr Abstimmungsaufwand mit den lokalen öffentlichen Schulen. Gar nicht zu reden von den hygienischen Maßnahmen, die Corona so mit sich bringt. Allerdings haben die Dorfzentren so einen viel höheren Stellenwert für die Kinder und die Familien bekommen. Sie sind zum „Anker“ der Kinder im Dorf geworden, was den Menschen dort sichtlich gutgetan hat. Die Kinder sehen besser genährt, gut gekleidet aus und scheinen viel Freude zu haben. Am meisten gespannt waren wir auf unser neuestes Projekt: Das Frauenhaus „Shelter of Safety“, das sich um missbrauchte, kranke, traumatisierte bzw. behinderte Frauen kümmert. Wir konnten uns von der Qualität der Leiterin, der Betreuerinnen, der Psychologin und anderer Bediensteter überzeugen. Aktuell gibt das Frauenhaus 42 Frauen ein neues Zuhause. Wir waren sehr angetan von der Arbeit und sind mehr denn je überzeugt, dass wir hier ein sehr förderungswürdiges Projekt unterstützen. Die Schicksale der Frauen haben uns sehr bewegt. Die allermeisten unserer Projektmitarbeiter sind im Übrigen geimpft – es ist gut, dass augenscheinlich genug Impfstoff in Indien vorhanden ist. Das ist für uns eine große Erleichterung, nachdem zu Beginn der Pandemie einer unserer Projektmitarbeiter eine Verwandte verloren hatte, die nicht mehr in ein Krankenhaus aufgenommen wurde wegen Überfüllung. Zu jedem der drei Projekte oben gibt es in der Folge einen detaillierten Bericht mit Bildern. Alle drei können nur durch Ihre großzügigen und dauerhaften Spenden ihre segensreiche Wirkung entfalten. Claudia und Steffen Roehn, Februar 2022

Patenbericht aus Tamil Nadu – Little Flower High School

Patenbericht aus Tamil Nadu – Little Flower High School Unsere Schule wurde wegen Corona in 2021 mehrfach geöffnet und wieder geschlossen. Durch die starken Regenfälle im November und Dezember 2021 entstanden viele Schäden, die behoben werden mussten, damit die Schule für eine Öffnung gerüstet blieb. U.a. traf es die Toiletten des Boys-Hostel, den kompletten Spielplatz und den Lagerplatz für das Feuerholz. Zum Glück waren unsere im Jahr 2020 neu gebauten Toiletten des Girls-Hostels und die renovierte Küche nicht betroffen. Anbei einige Bilder der Überflutungen und dieser Arbeiten. Überfluteter Spielplatz vor dem Boys-Hostel                                          Wiederhergestellter Spielplatz der Schule Defekte Toiletten und Reparatur im Boys-Hostel                                                      Brüchige Außenwand Nach dem Abschluss der Reparaturarbeiten konnte Weihnachten dann ausgiebig an der Schule gefeiert werden. Dies war eine willkommene Abwechslung für alle Kinder und Bewohner des naheliegenden Dorfes. Weihnachtsfeier an der LFHS Bei unserem Besuch im Januar 2022, den wir gemeinsam mit einem befreundeten Deutschen vor Ort (und wir per Zoom) durchgeführt haben, konnten wir mit dem Direktor und seinen Lehrerinnen über die Sorgen und Nöte, aber auch die kleinen Erfolge sprechen. So hat die Einführung des Online-Unterrichts verhältnismäßig gut geklappt. Dieser war und ist immer noch eine wichtige Maßnahme, um die Kinder nicht komplett zu verlieren. Wir hatten dies mit der Anschaffung von 80 Smartphones in 2021 unterstützt. Weiterhin haben die Lehrerinnen, die wir durch die ganze Pandemie hindurch als Angestellte der Schule behalten haben, dafür gesorgt, dass die Räume, Materialien und Plätze gut gepflegt wurden. Sie haben weiterhin einige Abschlussklassen bei ihren Abschlussarbeiten betreut. Und natürlich Online-Unterricht durchgeführt. Dazu kamen soziale Aufgaben bei den von Nandri unterstützten Covid-Hilfspaketen, mit denen wir Notrationen an Essen an die ärmsten Familien verteilt haben.Nach dem Abschluss der Reparaturarbeiten konnte Weihnachten dann ausgiebig an der Schule gefeiert werden. Dies war eine willkommene Abwechslung für alle Kinder und Bewohner des naheliegenden Dorfes. Die „Empfangskommission“ bei unserem Besuch im Januar 2022 Unser Lehrerinnen-Team in einem Klassenraum Sicherlich am schönsten waren die Begegnungen mit einigen Schülern, die anlässlich unseres Besuchs zur Schule gekommen sind. Sie haben sichtlich Freude daran und wir natürlich auch. Und die gute Nachricht kam dann drei Tage nach unserem Besuch: Die Schulen in Tamil Nadu haben seit dem 01.02.2022 wieder geöffnet und unser Team vor Ort hat nun alle Hände voll zu tun, den normalen Schulbetrieb wieder aufzunehmen. Wir drücken den Kindern, Arputham und seinen Lehrerinnen die Daumen, dass sie das Schuljahr, das bis April 2022 dauert, gut und geordnet zu Ende bringen können. Kinder an der Schule bei unserem Besuch Online-Unterricht mit von Nandri angeschafften Smartphones ENDLICH: Schulstart am 01.02.2022 Claudia und Steffen Roehn, Februar 2022

Patenbericht Irular Dörfer

Patenbericht Irular Dörfer Wir haben virtuell fast alle unserer sechs Dorfzentren besucht. Dabei hat unsere Sozialarbeiterin Francis zusammen vor Ort mit den Betreuern und Kindern gesprochen und wir konnten per Zoom-Konferenz daran teilnehmen, mit den Menschen sprechen, Dinge in Augenschein nehmen und mit den Kindern unsere gemeinsame Freude teilen. Nur das Zentrum in Puthur mussten wir dieses Mal außen vor lassen, das es dort einen aktuellen Corona-Ausbruch gab, der verhinderte, dass Francis dorthin reisen konnte. Aber alle sind auch dort wohlauf. Wir möchten Ihnen einen kurzen Eindruck über die verschiedenen Dörfer geben: In Pulikkundram betreuen wir ca. 35 Kinder und ihre Familien. Man merkt sofort, dass die Betreuer und die Kinder den ganzen Tag im Zentrum sind: Der Garten ist sehr gut gepflegt und die Kinder sehen gut genährt und gut gekleidet aus und machen einen wachen und fröhlichen Eindruck. Die neue Regierung in Tamil Nadu unternimmt einiges für die Irular-Familien (sie werden dort als „Tribal People“ bezeichnet) – so erhält jede Familie in unserem Dorf im Jahr 2022 endlich eine feste Steinhütte statt der ärmlichen Lehm-/Palmdachhütten. Auch ein Brunnen wurde seitens der Regierung dort gebohrt. Wir konnten einige Ihrer Patenkinder sehen und sprechen. Es geht ihnen gut! Veeranakunnam ist unser jüngstes Nandri-Dorf (Start in 2019), wir berichteten bereits mehrfach in unserem Blog über dieses Projekt. Auch dort betreuen wir ca. 35 Kinder und ihre Familien. Das Center ist mittlerweile zur festen Größe im Dorf geworden und einige Eltern helfen gut mit. So z.B. beim Kochen, Reinigen und Pflege des von Nandri errichteten Brunnens. Wir konnten uns ebenfalls davon überzeugen, dass keine Kinderheiraten mehr vorgenommen werden – ein wichtiges Anliegen von uns. In Thondamanallur betreiben wir mit fast 40 Kinden ein großes Center. Auch hier arbeiten wir – wie in anderen Centern – mit den öffentlichen Schulen zusammen: Die Regierung hat eine Initiative „Education arriving at home“ gestartet. Dabei senden die öffentlichen Schulen ihre Lehrer regelmäßig auf die Dörfer, um dort selektiv Unterricht zu geben. Wir stellen dabei unser Center als Lehrraum zur Verfügung und die Lehrerinnen der Schulen arbeiten eng zusammen. Gerade in Thondamanallur funktioniert die Zusammenarbeit mit der Direktorin der naheliegenden öffentlichen Schule besonders gut. Der gut strukturierte Tagesablauf sieht so aus: Von 9:30 – 13 Uhr Schulersatz und Kindergarten, 13-14 Uhr Mittagspause mit gemeinsamen Essen, 14 – 16:30 Uhr Hausaufgaben und andere Trainings (z.B. Anfertigung eines natürlichen Desinfektionsmittels). Da eine weitere Patin an dem Online-Besuch teilgenommen hat, konnte sie mit ihrem Patenkind sprechen. Rechts sehen Sie die 10. Klässler, die sich auf ihre Abschlussprüfung vorbereiten. Grundschüler beim morgendlichen Unterricht & Eine Bewohnerin beim Malen In Sirupinayur hatten wir in 2021 feierlich (und auch online) das neue Dorfzentrum eingeweiht. Das neue Gebäude wird mittlerweile von mehr als 20 Kindern und ihren Familien genutzt. Die Mütter aus dem Dorf kümmern sich gut um das Gebäude, das in sehr gutem Zustand ist. Auch hier haben wir die Lehrerinnen nun in Vollzeit angestellt, um eine Ganztagesbetreuung anbieten zu können. In Sirupinayur hatten wir in 2021 feierlich (und auch online) das neue Dorfzentrum eingeweiht. Das neue Gebäude wird mittlerweile von mehr als 20 Kindern und ihren Familien genutzt. Die Mütter aus dem Dorf kümmern sich gut um das Gebäude, das in sehr gutem Zustand ist. Auch hier haben wir die Lehrerinnen nun in Vollzeit angestellt, um eine Ganztagesbetreuung anbieten zu können. Kollamedu ist unser „ältestes“ Dorf. Hier unterstützen wir ca. 35 Kinder und ihre Familien. Die Kinder sind während unseres Besuchs mit den Prüfungsvorbereitungen für die Schulabschlüsse beschäftigt. Auch hier haben wir in Corona-Zeiten einen durchgängigen Betrieb von 10 bis 16:30. Wir haben vor zwei Jahren einen begabten jungen Mann als Lehrer gefunden – Narindra. Er arbeitet an seinem Master, findet aber genug Zeit tagsüber die Kinder zu unterrichten und gemeinsam mit Tamilselvi zu betreuen. Beide sprechen ein gutes Englisch. Francis hatte allen Lehrern in der Corona-Zeit Online-Trainings für Englisch angeboten. Eine sehr gute Investition. Gruppenarbeit und Unterricht in Kollamedu Gemeinsames Mittagessen Claudia und Steffen Roehn, Februar 2022

Patenbericht – Frauenhaus „Shelter of Safety“

Patenbericht – Frauenhaus „Shelter of Safety“ Unser neuestes Projekt: Das Frauenhaus „Shelter of Safety“, das sich um missbrauchte, kranke, traumatisierte bzw. behinderte Frauen kümmert. Wir konnten uns von der Qualität der Leiterin Glory, der Betreuerinnen, der Psychologin und anderer Bediensteter überzeugen, weil unser Freund vor Ort war und wir per Videokonferenz mit allen Angestellten und einigen Bewohnern sprechen konnten. Das Projekt befindet sich in der Nähe von Madurai, eine knappe Tagesreise per Auto/Zug von unseren Projekt in der Nähe von Chennai entfernt. Ein herzliches Willkommen im Shelter Home & Leiterin Glory Aktuell gibt das Frauenhaus 42 Frauen ein neues Zuhause. Der Bedarf wäre eigentlich deutlich höher, Glory hat in der Vergangenheit über 100 Bedürftige betreut. Allerdings ist dieses neue Gebäude nur für 40 Frauen zugelassen. Das große und gut gesicherte Gelände liegt in einem schwach bebauten Bereich. Die Gebäude haben einen guten Eindruck hinterlassen und auch die getrennten Dusch- und Toilettengebäude waren einwandfrei. Die provisorische Außenküche war den Umständen entsprechend in Ordnung. Die relativ neuen und ausreichend großen Außenanlagen waren gepflegt und einladend. Das gesamte Team war freundlich und die Atmosphäre angenehm.   Glory und ihr Team empfängt die Besucher Francis und Gero & Glory im Kreise ihrer Schützlinge Eine Betreuerin mit den Bewohnerinnen im Schlafsaal & Eine Bewohnerin beim Malen Gemeinsames Essen Nähunterricht Die bestimmt nicht einfach zu betreuenden Frauen schienen sich wohlzufühlen. So müssen in schwierigen Situationen manchmal Frauen festgehalten und mit Medikamenten beruhigt werden. Deshalb ist auch die Betreuung durch eine Psychologin und Ärzten nötig. Neue Toilettengebäude & Behelfsküche Weil dieses Projekt sich am Anfang befindet, können hier noch viele Spenden gut gebraucht werden. Wir waren sehr angetan von der Arbeit und sind mehr denn je überzeugt, dass wir hier ein sehr förderungswürdiges Projekt unterstützen. Die Schicksale der Frauen haben uns sehr bewegt. Claudia und Steffen Roehn, Februar 2022

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