Ein neues Dorfzentrum von Nandri wird eingeweiht – ONLINE!
Ein neues Dorfzentrum von Nandri wird eingeweiht – ONLINE! Wir alle haben uns im Berufsalltag und im privaten Umfeld daran gewöhnt: Vieles lässt sich online erledigen, man muss nicht reisen. Aber geht das auch bei der Eröffnung eines neuen Nandri-Dorfzentrums im indischen Hinterland? Wir haben es bewiesen – es geht! Das neue Dorfzentrum in Sirupinayur vor der offiziellen Eröffnung durch Nandri Über die Entstehung und den Baubeginn des Dorfzentrums haben wir Sie bereits informiert, auch nachzulesen in den Blogs auf unserer Webseite. Dieses Zentrum wurde durch Mittel von Nandri komplett finanziert dank vieler Spenden unserer Mitglieder und eines Großspenders, der von unserer Arbeit sehr überzeugt ist. Erstellt wurde es während des Lockdowns in Indien – eine ganz besondere Leistung unseres lokalen Teams rund um Francis und die örtliche Verantwortliche Kalaiselvi. Nun wurde das neue Dorfzentrum in Sirupinayur am 23.08.2021 feierlich eingeweiht. Wegen der aktuellen Reisebeschränkungen mussten wir das Ganze online machen. Wir haben diesen Umstand genutzt, den Spendern und Paten die Möglichkeit zu geben, daran teilzunehmen. Das neue Dorfzentrum in Sirupinayur vor der offiziellen Eröffnung durch Nandri Unser lokales Team hat einen Projektor aufgebaut, sodass die Kinder und Lehrerinnen uns sehen konnten – und eine Kamera, sodass auch wir alles mitverfolgen konnten. Dann haben wir die Zeremonie mit einem Online-Video Tool durchgeführt – unser Vorstand und ca. 10 Paten und Spender haben die Möglichkeit genutzt, daran teilzuhaben. Und natürlich hat Monika Gerbas und einer der großzügigen Spender dann das Dorfzentrum offiziell geweiht und in Betrieb genommen. Es wurde eine Kerze angezündet, die Kinder haben einen einstudierten Tanz aufgeführt und eine Schülerin hat eine kleine Ansprache in Englisch gehalten. Sponsoren vollziehen online die offizielle Eröffnung des neuen Dorfzentrums Besonders spannend wurde es für ein Patenkind, das zum ersten Mal „seine“ Paten auf der Videokonferenz kennenlernen konnte und umgekehrt – ergreifend für alle! Die Eröffnung des neuen Zentrums war für alle Seiten ein wunderbarer Moment des Aufbruchs, Hoffnung und Rührung und wir freuen uns alle, dass die Arbeit in Sirupinayur nun auf einem ganz starken Fundament weiter ausgedehnt werden kann. Kinder wohnen voller Freude der Zeremonie des „Lightnings“ durch Kalaiselvi bei Wir haben einen kleinen Film produziert, der Ihnen die Armut des Dorfes Sirupinayur und den Segen, den das neue Dorfzentrums spendet, etwas näherbringen soll. Hier finden Sie ihn oder klicken Sie auf das Bild unten. Abschließend haben wir etwas Wichtiges gelernt: Auch bei der Hilfe für Kinder in einer so weit entfernten Gegend wie Indien kann man so einiges Online anpacken. Und wir können auf diesem Wege interessierten Spendern und Paten die Möglichkeit geben, hautnah zu erleben, wie Ihre Hilfe bei den Armen ankommt. Ihnen Allen herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!Ihre Monika Gerbas, Petra Feibel, Silke Lehnhardt, Frank Claus und Steffen Roehn
Smartphones für Kinder der Ärmsten
Smartphones für Kinder der ÄrmstenDa wegen Corona die Schulen in Indien zu sind, ermöglicht die Nandri-Kinderhilfe das HomeschoolingKindern und Familien in Südostindien, besonders Mädchen und jungen Frauen eine Chance auf Bildung, Kleidung, sauberes Trinkwasser geben: Seit Jahren engagiert sich die Nandri-Kinderhilfe mit Patenschaften und Projekten für die arme Region rund um die Stadt Chennai im südlichsten Bundesstaat Tamil Nadu. Die inzwischen 85 Jahre alte Monika Gerbas aus Oberursel hatte 1998 alleine mit der Hilfe begonnen. „Eigentlich wollte ich damals nur mein Patenkind besuchen, und da sah ich das ganze Elend“, berichtet sie. Spontan half sie, in dem sie nach ihrer Rückkehr Kleider sammelte und zu den Menschen schickte. Steffen Roehn und Monika Gerbas in der „Vereinszentrale“. FOTO: Jochen Reichwein Im Jahr 2005 wurde die Nandri-Kinderhilfe zum Verein mit inzwischen fast 60 Mitgliedern und 500 Kindern, die vor Ort betreut werden. Monika Gerbas wurde die erste Vorsitzende. Es wurde eine Schule aufgebaut, und es entstanden sieben Dorfzentren. 250 Kinder haben inzwischen Pateneltern, nicht nur aus Oberursel. „Wir hatten sogar schon eine Patin aus Mexiko“, erzählt die quirlige Monika Gerbas. In den vergangenen Jahren habe der Verein im Schnitt 130 000 bis 140 000 Euro an Spendengeldern pro Jahr generiert. „Das genügt, um 500 Kinder und Studenten ein Jahr zu ernähren, zu kleiden und auszubilden“, berichtet Steffen Roehn, Zweiter Vorsitzender der Kinderhilfe. Man helfe schließlich in einem Landstrich, in dem die Menschen von der Ziegelherstellung von Hand leben, Kinderarbeit inklusive. „Damit sie ihre Kinder in unsere Schule schicken, müssen wir die Familien finanziell unterstützen, weil sie auf den Lohn eines Kindes nicht verzichten können“, berichtet Roehn, der im März vergangenen Jahres zuletzt vor Ort war. Doch den im Elend lebenden Familien und ihren Kinder in Corona-Zeiten zu helfen, ist nicht einfach. Anfang vergangenen Jahres waren die Helfer letztmals in Tamil Nadu, Sachspenden könnten derzeit nicht verschickt werden, weil Indien auch kaum noch angeflogen werde. Deshalb werde inzwischen digital improvisiert, denn in Indien sind die Schulen noch immer geschlossen, auch die vom Verein aufgebaute „Little Flower Primary School“. „Wir haben 35 Smartphones für Homeschooling angeschafft und einen erfolgreichen Pilotversuch gemacht“, berichtet Roehn. Und am kommenden Montag werde ein neues Dorfzentrum per Zoom-Konferenz eröffnet und gefeiert. „Es gibt dort einen großen Bildschirm, und die Kinder können uns dann auch sehen. Ohne uns nehmen die Inder das Zentrum nicht in Betrieb, das ist eine Glaubensfrage“, beschreibt Steffen Roehn die Dankbarkeit, die dem Verein entgegengebracht wird. Er arbeitete fünf Jahre in Mumbai in der IT-Branche und hat dabei seine „Liebe zu Indien entdeckt“. Durch die Taunus Zeitung war seine Frau dann auf die Aktivitäten von Monika Gerbas aufmerksam geworden, seitdem engagiert er sich. Alle arbeiten ehrenamtlich Inzwischen sind Monika Gerbas und Steffen Roehn ein Team, das mit den weiteren drei Vorstandsmitgliedern Hand in Hand arbeitet. Alle Fäden laufen in der Wohnung von Monika Gerbas zusammen, die Lager, Geschäftsstelle, Vereinsheim, Kommunikationszentrum und Büro in einem ist. „Ja, hier ist gewissermaßen das Headquarter“, lacht sie. Zudem habe es gerade Veränderungen im Vorstand gegeben. Neben Monika Gerbas und Steffen Roehn ist Petra Feibel Erste Kassenwartin, Frank Claus Zweiter Kassenwart. Neu im Vorstand ist Silke Lehnhardt als Schriftführerin. Als Helferinnen fungieren Christiane Färber, die einmal in der Woche die Büroarbeit erledigt, sowie Susanne Dreisbach, die sich um die Steuerangelegenheiten des gemeinnützigen Vereins kümmert. Oliver Latta sorgt für den neuen Internetauftritt, Manuel Grebig und Stephan Scheler stellen Flyer und Visitenkarten her. Alle arbeiten ehrenamtlich. Und der Verein will expandieren, weitere Unterstützer und Paten für die indischen Kinder auch bundesweit mobilisieren. Dafür auch der neue Internetauftritt. Monika Gerbas wird in ihrem Engagement nicht müde. Derzeit sammelt sie Kleider für einen Hofbasar, der am Sonntag, 5. September, von 11 bis 17 Uhr vor ihrer Wohnung im Erlenbachweg 3 stattfinden soll. Der Erlös geht natürlich nach Indien. „Ich werde helfen, bis ich umfalle“ verspricht sie. „Ich kann nicht jammern, dass ich alt bin und nur Kreuzworträtsel machen“, sagt sie und klingt dabei ziemlich überzeugend. Sie hofft, wenigstens im kommenden Jahr wieder nach Indien fliegen zu können, wo sie von den Kindern immer mit „Welcome, Grandma!“ begrüßt wird. Wer mit der Nandri-Kinderhilfe Kontakt aufnehmen möchte, findet alle dafür notwendigen Informationen auf der Internetseite nandrikinderhilfe.de. Jochen Dietz(Taunuszeitung / Frankfurter Neue Presse)
Nandri stellt ein neues Hilfsprojekt vor – das „Shelter of Safety“ Zuhause für Frauen und Kinder in Not
Nandri stellt ein neues Hilfsprojekt vor – das „Shelter of Safety“ Zuhause für Frauen und Kinder in NotWir möchten Ihnen heute ein neues Hilfsprojekt von Nandri vorstellen und näherbringen. In der stark patriarchisch geprägten Gesellschaft von Indien bekommen Frauen und ihre Kinder in drängender Not kaum Hilfe. Besonders dann nicht, wenn sich durch widrige Lebensumstände Frauen nicht mehr in der „normalen“ behüteten Umgebung eines Ehemanns und dessen Familie befinden. Dies kann durch häusliche Gewalt, sexuellen Missbrauch, Krankheiten wie HIV oder auch Behinderungen passieren. Diese Frauen fallen durch jedes soziale Netz und somit auch ihre Kinder. Wir haben nun eine Sozialarbeiterin kennen gelernt, die sich seit mehr als sechs Jahren diesen Frauen und ihren Kindern annimmt, nachdem sie bereits seit 1990 Sozialarbeit für die Ärmsten der Armen in Indien erbringt. Sie heißt Glory und finanziert ihre Arbeit bislang ausschließlich durch lokale Geld- und Sachspenden. Ihr Wirkungsschwerpunkt liegt – wie auch die anderen Nandri Projekt – in Tamil Nadu, allerdings an anderer Stelle, nämlich Madurai, ca. 450 km südlich von Chennai. Was macht Glory genau und warum unterstützt Nandri dies? Es geht konkret um zwei Projekte:(1) Das „Shelter of Safety Home“ und(2) die Dorfzentren für die Unterstützung bedürftiger Kinder im Hinterland. (1) Das „Shelter of Safety Home“ befindet sich ca. 30km außerhalb von Madurai, wo die Luft sauber ist, und besteht aus einem großen Schlafraum für ca. 50 Frauen und deren Kinder. Es hat eine offene Küche und umfasst ca. 3.000qm Land, auf dem Gemüse und Obst angebaut werden kann. Auch einige Nutztiere werden dort gehalten. Gekocht wird draußen und auch die gemeinsamen Aktivitäten finden unter einem Stoffdach statt. Die teilweise behinderten und stark beeinträchtigen Frauen und ihre Kinder werden mit Grundnahrungsmittel versorgt und angeleitet, sich mehr und mehr selbst zu versorgen. Es findet eine dauerhafte medizinische Betreuung durch einen Arzt statt und natürlich stehen ein Wachmann, ein Koch und eine Schwester zur Verfügung. Mit Unterstützung von Nandri wollen wir einen weiteren Raum für Gemeinschaftsaktivitäten und einen fehlenden Sanitätsraum errichten. Weiterhin übernimmt Nandri zunächst 50% der laufenden Kosten für den Unterhalt des Shelter of Safety Home, der Rest wird durch Spenden der Bevölkerung in Indien erbracht. Nandri hat sich der Hilfe zur Selbsthilfe für Kinder und Familien verschrieben, die so den Weg in ein selbstbestimmtes Leben finden können. Dies geht oftmals besonders gut über Frauen und Mütter, die die Notwendigkeit dafür erkennen und sich dafür einsetzen. Deshalb sind wir überzeugt, dass wir durch die Unterstützung von gerade diesen Frauen und deren Kindern, die keinerlei Chance auf ein lebenswertes Leben haben, vor allem den Kindern helfen und ein gutes Beispiel für andere setzen. Eindrücke vom „Shelter of Safety Home“ für Frauen und Kinder Wir möchten Ihnen zwei Schicksale von Frauen vorstellen, die aktuell im Shelter of Safety Home leben und dadurch gerettet wurden: Muthulakshmi (40) wurde durch ihren Mann verlassen, der auch die gemeinsame Tochter entführt und mitgenommen hat. Sie erlitt dadurch eine geistige Störung, verlor oft das Bewusstsein und wurde in einer lebensbedrohlichen Situation auf einer Straße von Madurai entdeckt. Sie wurde im Shelter Home betreut, medizinisch versorgt und langsam wieder aufgebaut. Man hat sich auf die Suche nach der Tochter gemacht und Muthulakshmi hat sie mittlerweile wieder treffen können. Sie befindet sich auf einem guten Weg. Sheela (19) wurde früh von den Eltern ausgesetzt und musste sich als Prostituierte ihr Geld zum Überleben verdienen. Sie wurde dann deswegen verhaftet und in eine Haftanstalt in Madurai verbracht. Glory und ihr Team haben sich ihr angenommen und weil sie nach der Haft kein Zuhause hatte, wurde sie im Shelter Home aufgenommen. Dort lernte sie u.a. Nähen, Kochen und Haushaltsführung, sodass sie 2018 heiraten konnte und nun mit einem Ehemann und zwei gesunden Kindern gesegnet ist. (2) Die Dorfzentren sind sehr ähnlich zu dem sehr erfolgreichen Konzept der Dorfzentren für die Ureinwohner-Kinder rund um Chennai, die wir seit vielen Jahren finanzieren: Wir mieten einen Raum an, stellen dort Lehrer und Köche an, die den Kindern gesunde Nahrung und regelmäßige Unterstützung nach der Schule geben. Natürlich gehört dazu auch die Anleitung zum Zähneputzen, dem Anlegen von Covid19-Schutzmasken und vielem mehr. Dies findet weit weg von der großen Stadt Madurai statt. Für ein Kind benötigen wir etwa 1€ pro Tag um dies zu finanzieren. Wir werden dadurch ca. 25-30 Kinder und Familien pro Dorfzentrum erreichen. Eindrücke vom „Shelter of Safety Home“ für Frauen und Kinder Wir als Nandri-Vorstand sind von diesen Projekten überzeugt, auch weil die verantwortliche Sozialarbeiterin Glory jahrzehntelange Erfahrung in selbstloser sozialer Arbeit mitbringt. Glory ist uns von unserer langjährigen Sozialarbeiterin Francis empfohlen worden (Francis betreut u.a. die Nandri-Dorfzentren bei Chennai seit vielen Jahren). In normalen Zeiten würden wir den Aufbau selbst durch Besuche und Unterstützung vor Ort begleiten, aber das muss warten, bis wir wieder nach Indien reisen können. Bis dahin verlassen wir uns auf Online-Konferenzen. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit dieses neue Projekt von Nandri haben näherbringen können. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie auch dieses Projekt großzügig mit Ihren Spenden unterstützen würden! Herzlichen Dank! Herzlichst,Ihre Monika Gerbas, Steffen Roehn, Petra Feibel, Silke Lehnhardt und Frank Claus